Pastor Jan-Robert Beenen-Tandler
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9. ---- "Kratzauer Führich-Predigt vom 19. Mai 1992" im "Stifter Jahrbuch - Neue Folge 7" München 1993.

Versöhnungs-Gottesdienst
und Enthüllen der Büste
Joseph von Führich  
Kratzau 19. 5. 1992

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Smirna Bohosluzba
a Odhaleni Busty
Josepha von Führich  
Chrastava 19. 5. 1992

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Kratzauer Führichpredigt

von Pastor Jan-Robert Beenen-Tandler.
 

Liebe tschechische und deutsche Schwestern und Brüder in Christus!

Einmal nur wollte ich den Ort besuchen, aus dem meine Mutter stammt. Ich kam in dem Bewusstsein hier nach Chrastava: ,Uns gehört nichts!' Ich war getragen von dem Frieden und von der Versöhnung, die Jesus uns schenken will. Mit noch viel mehr Frieden, mit noch viel mehr Versöhnung im Herzen fuhr ich wieder fort: bewegt durch die freundschaftliche Begegnung mit den tschechischen und slowakischen Schwestern im Pfarrhof. Aus dem einen Mal wurden viele Male. Und heute stehe ich am Altar der Kirche, in der meine Vorfahren aktiv am religiösen Leben dieser Stadt teilgenommen haben. Das bewegt mich schon sehr, obwohl dies ja nicht meine Heimatkirche ist.
Immer wenn ich in Chrastava bin, meditiere ich in dieser Kirche - besonders den Kreuzweg in den kleinen Fenstern, die nach Entwürfen von Joseph Führich gestaltet wurden. Der Kreuzweg in dieser Kirche hat nicht vierzehn, sondern zwanzig Stationen.
Zunächst entsteht Verwunderung darüber, dass er mit der Geburt Jesu beginnt. Jedoch dann denke ich: Hat nicht dort in Bethlehem der Leidensweg Jesu tatsächlich begonnen? In einem Stall wurde er geboren. Kurz nach der Geburt musste er mit seinen Eltern aus seiner Heimat fliehen, weil er der Tötung der Kinder durch Herodes ausgesetzt war. Jesus ist geradezu der Prototyp des Menschen, der auf der Flucht ist und unter ihr leidet; - der leidet, um die Schöpfung zu erlösen; - der leidet, weil ihm nichts auf dieser Welt gehört; - der leidet, um uns in seiner Abschiedsrede Frieden und Versöhnung zu schenken: "Frieden hinterlass ich euch, meinen Frieden geb ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch." (Joh 14, 27); der leidet, um so die Krone des Himmels zu erlangen, wie es am Ende der zwanzig Kreuzwegstationen mit der Krönung Mariens im Himmel dargestellt ist. Maria, die als erster Mensch die Krone des Himmels aus der Hand Christi erhält.
Der Himmel ist unsere eigentliche Heimat: deshalb sollten wir uns mehr um den Himmel bemühen. Wir sollten uns das Reich Gottes vertraut machen. Wenn wir uns hier auf Erden nur zanken und streiten um Recht und Macht, um Geld und Besitz, dann könnten wir den Himmel aus den Augen verlieren. Dann könnte unsere eigentliche Heimat, um es mit dem böhmischen Dichter Franz Werfel zu sagen: ,Der veruntreute Himmel' werden.
Uns gehört hier auf Erden nichts. Diese Welt ist uns von Gott anvertraut, damit wir sie friedlich gestalten. Um friedensfähig zu werden, brauchen wir Haltungen wie authentische Akzeptanz und Vertrauen, Weitsicht und die Bereitschaft, Unrecht zu verzeihen...
Nur wenn wir im täglichen Umgang miteinander ein Klima schaffen, das von Aufrichtigkeit und Respekt und Rücksichtnahme bestimmt ist, hat der Friede auf Weltebene eine Chance.
Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, Frieden zu verwirklichen, weil wir uns einen so herrischen, gewalttätigen, vom Zweckdenken bestimmten Umgang mit der Natur angewöhnt haben.
Wenn wir nicht lernen, die Tiere, die Pflanzen, ja die gesamte Natur mit neuen Augen zu sehen, dann bleibt der Friede nur ein leeres Wort, ein Wunschtraum, ja vielleicht sogar eine Ideologie.



Joseph Führich    ,Maria im Grünen'


Jedes Geschöpf hat seine eigene Bestimmung. Die Erde ist schön: so vielfältig sind die Farben und die Formen der Natur; jedes Wesen ist für sich ersonnen ein Wunder; durch ihr Dasein, durch Gestalt und ihre Verschiedenheit verkünden sie die Größe Gottes.
Das Tafelbild der ,Maria im Grünen' von Joseph Ritter von Führich hier in der Kirche von Chrastava - über hundert Jahre alt - ist sozusagen prophetische Vision: die Mutter mit dem Kind als Schützerin unserer europäischen Wälder, unserer Natur.
Wenn wir Menschen nicht unseren Frieden mit der Natur schliessen, wenn wir den Pflanzen und Tieren nicht verantwortungsvoll begegnen - mehr noch: wenn wir uns nicht mit ihnen verbunden wissen, weil wir aus der Hand desselben Vaters leben; dann wird es uns nicht gelingen, die Freiheit anderer Menschen zu respektieren. Dann finden wir nicht zur wahren Solidarität mit den Schwachen, mit all jenen, die an den Rand gedrängt und in ihrer Menschenwürde verletzt werden. Dann werden wir im Zweifel unseren Vorteil, unser Verlangen nach Sicherheit und Abgrenzung, unseren Willen, Macht auszuspielen, höher ansetzen als Gewaltverzicht und Versöhnung.
"Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander... Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter." (Jes 11, 6 - 9) Ist das nicht ein zu romantisches und wirklichkeitsfremdes Bild, das der Prophet Jesaja da von der messianischen Friedenszeit entwirft? Vielleicht. Der Friede bleibt aber eine Herausforderung an uns, die wir uns von ,weltlicher Vernunft' leiten lassen.
Immer noch kreist unser Denken viel zu sehr um Zweck und Nutzen, um Leistung und Gewinn. Immer noch beherrscht uns deshalb die Angst, die anderen könnten unser vermeintliches Recht, unseren Besitz, unsere Machtpositionen in Frage stellen. Ja, es ist wahr: Der Friede ist eine Verheißung, er ist ein Geschenk Gottes. Wir aber sollen den Acker bereiten, damit der Friede Wurzeln schlagen kann.
Gott hat uns bereits den Raum eröffnet, damit wir die Großzügigkeit entfalten können, die notwendig ist, wenn wir Frieden schliessen wollen. Wir wissen: ER dort droben steht zu uns, auch wenn wir schwach sind, wenn wir scheitern, wenn wir schuldig werden.
Wir sollten nicht vergessen, dass der Friede in unserer Alltagswelt anfängt. Er ist - auch - in unsere Hand gegeben. AMEN.



 
Barmherzige Schwestern Unserer Lieben Frau von Jerusalem zusammen mit Pater Robert Beenen in Chrastava.



Worte danach:
Die tschechischen Bürger von Chrastava (Kratzau) haben die Büste des - weit über die Grenzen Böhmens hinaus - bekannten Malers Joseph von Führich wieder restauriert und wollten sie an ursprünglicher Stelle erneut aufrichten. Dazu haben sie die ehemals deutschen Bürger von Kratzau eingeladen. Die im Mittelpunkt stehende Gottesdienstfeier zelebrierte ich mit
Msgr. Anton Böhm, dem letzten deutschen Pfarrer von Kratzau, und Pater Antonin, dem jetzigen Pfarrer des tschechischen Chrastava. Die Ordensschwestern aus dem Pfarrhof haben viele kleine Kuchen gebacken, die wir, gesegnet, im Anschluß des Gottesdienstes als Versöhnungsküchlein verteilten. Die gesamte Atmosphäre der Feier hat entscheidend zu Versöhnungsschritten beigetragen. Ich durfte bei diesem Gottesdienst predigen, für mich eine große Ehre.
Die Predigt wurde unter ,Worte der
Versöhnung' im "Stifter Jahrbuch - Neue Folge 7, München 1993" bereits veröffentlicht. Ich habe diese Predigt meiner Mutter Gretl Beenen, geb. Tandler als Primizpredigt in ihrer Heimatkirche in hoher Wertschätzung gewidmet.
Im Reichenberger Heimatblatt (Augsburg) erschien ein drei-Seiten-langer Artikel von Rudolf Schwertner unter der Überschrift: "Das Kratzauer Führich-Denkmal steht
wieder an seinem alten Platz! Festliche Tage in der alten Heimat vom 17. - 20. Mai 1992."
Ich zitiere: "Haupttag der Feierlichkeiten war Dienstag, der 19. Mai. Nach einem kleinen Stadtrundgang füllte sich unsere schöne Laurentiuskirche bis auf den letzten Platz zu einem zweisprachigen Festgottesdienst. Es zelebrierten der Franziskanerpater Antonius aus Reichenberg, Msgr. Böhm (Regensburg), Pfr. Scholze
(Steinschönau) und der aus Kratzau stammende Pfr. Jan-Robert Beenen (Berlin). Deutsch, tschechisch und lateinisch wurde gebetet und gesungen. Meisterhaft spielte Rolf Bartosch aus Grottau die Orgel.
Daran schloß sich ein Besuch bei den im Pfarrhof lebenden Schwestern des Ordens ,Unserer Lieben Frau von Jerusalem' an, die seit 1973 hier leben und denen ganz wesentlich die Erhaltung und Instandsetzung der Kirche zu danken ist." 



Pater Antonius    -    Msgr. Anton Böhm    -    Pfr. Jan-Robert Beenen






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